welt.de • User Research

Usability messen und gezielt verbessern

Mit quantitativen und qualitativen Methoden untersuchte ich die Usability interner Redaktionstools. Ein SUS-Benchmark machte Unterschiede zwischen zwei Systemen messbar. Ein moderierter Lab-Test half anschließend, konkrete Ursachen zu verstehen und ein neues UX/UI-Konzept gezielt weiterzuentwickeln.

Was ist wichtig?

bulletpoint

Mehrere interne Redaktionstools wurden sehr unterschiedlich bewertet; eine belastbare Vergleichsgrundlage fehlte.

bulletpoint

Quantitative und qualitative Methoden wurden gezielt kombiniert, um Probleme erst messbar und anschließend erklärbar zu machen.

bulletpoint

Redakteur:innen testeten realistische Aufgaben und zeigten, wo Kennzahlen, Benennungen und Interaktionen missverständlich waren.

bulletpoint

Der Untersuchungsumfang reichte vom SUS-Benchmark bis zum Lab-Test mit Prototypenvergleich und Fotoimport.

bulletpoint

Die Erkenntnisse wurden priorisiert und direkt in konkrete Anpassungen sowie gemeinsame Produktentscheidungen übersetzt.

Ausgangslage

Die Redaktion arbeitetet mit mehreren komplexen Produktionssystemen, deren Bedienbarkeit sehr unterschiedlich wahrgenommen wurde. Gleichzeitig fehlte eine belastbare Grundlage, um die Usability der Anwendungen miteinander zu vergleichen und konkrete Schwachstellen zu priorisieren.

Für eine neue Funktion zur Bewertung von Artikeln sollte außerdem überprüft werden, ob die dargestellten Kennzahlen verständlich waren und Redakteur:innen daraus konkrete Optimierungsmöglichkeiten ableiten konnten.

Herausforderung

Die Untersuchungen mussten unterschiedliche Fragen beantworten: Der quantitative Vergleich sollte zunächst zeigen, wie die bestehenden Systeme insgesamt wahrgenommen wurden. Der qualitative Test sollte anschließend erklären, warum einzelne Funktionen zu Irritationen führten und wie das Konzept verbessert werden konnte.

Da es sich um interne Spezialanwendungen handelte, waren die verfügbaren Stichproben begrenzt. Die Ergebnisse mussten deshalb transparent eingeordnet und als Entscheidungsgrundlage, nicht als repräsentative Marktforschung, verstanden werden.

Zentrale UX-Frage

Wie lassen sich Usability-Probleme messbar machen, ihre Ursachen verstehen und daraus konkrete Produktverbesserungen ableiten?

Die Kombination aus quantitativer und qualitativer Forschung ermöglichte zwei Perspektiven: Der SUS-Benchmark zeigte, wo ein grundlegender Handlungsbedarf bestand. Der Lab-Test machte anschließend sichtbar, welche konkreten Inhalte, Benennungen und Interaktionen überarbeitet werden mussten.

Beispiel quantitative Untersuchung

Benchmark mit der System Usability Scale

Die wahrgenommene Usability von Escenic und Newsgate wurde mithilfe der System Usability Scale verglichen. An der Befragung nahmen 20 Nutzer:innen von Escenic und 22 Nutzer:innen von Newsgate teil.

Die Untersuchung diente als interner Benchmark. Eine spätere Wiederholung hätte ermöglicht, die Wirkung umgesetzter Verbesserungen anhand derselben Kennzahl zu überprüfen.

Fragestellung

Die Teilnehmenden bewerteten zehn standardisierte Aussagen auf einer fünfstufigen Skala von „Stimme gar nicht zu“ bis „Stimme voll zu“. Untersucht wurden unter anderem wahrgenommene Komplexität, Erlernbarkeit, Konsistenz, Nutzungssicherheit und Hilfebedarf.

Bitte bewerte die folgenden Aussagen für das Erstellen und Produzieren eines Artikels in Newsgate beziehungsweise Escenic.

Fragestellungen SUS Test

Escenic zeigt einen deutlichen Usability-Vorsprung

Ergebnis SUS Test

Escenic zeigt einen klaren Usability-Vorsprung

Escenic erreichte einen SUS-Score von 72 und wurde damit deutlich besser bewertet als Newsgate mit 53 Punkten. Die Ergebnisse machten den unterschiedlichen Handlungsbedarf der beiden Systeme sichtbar und schufen eine gemeinsame Vergleichsbasis für Produkt und Entwicklung.

Mit insgesamt 42 Teilnehmenden lieferte die Untersuchung einen belastbaren internen Orientierungspunkt. Aufgrund der begrenzten und nicht zufällig ausgewählten Stichprobe ist sie jedoch nicht repräsentativ.

Beispiel qualitative Untersuchung

Lab-Test für Artikel-Score und Fotoimport

Für die Darstellung eines Artikel-Scores im Redaktionssystem Escenic entwickelte ich ein UX/UI-Konzept und einen interaktiven Prototyp. Anschließend plante und moderierte ich einen Usability-Test mit fünf Redakteur:innen im hauseigenen Lab.

Die Teilnehmenden bearbeiteten realistische Aufgaben zum Artikel-Score und zum Fotoimport. Ziel war es, Verständnisprobleme, Interaktionshürden und Unterschiede zwischen zwei Darstellungsvarianten frühzeitig zu identifizieren.

Beobachtungsnotizen aus dem Observerraum des Usability-Labs

Whitboard Lab-Test

Methodik

Der moderierte Test kombinierte aufgabenbasierte Nutzungsszenarien, Beobachtung und qualitative Rückfragen.

Für den Artikel-Score wurden eine reduzierte grafische Variante aus dem Analysetool und eine stärker grafische Variante miteinander verglichen. Dadurch ließ sich nicht nur die grundsätzliche Verständlichkeit prüfen, sondern auch, welche Form der Visualisierung die Inhalte besser vermittelte.

Identifizierte Probleme

1. Artikel Score

Die Grundidee des Artikel-Scores wurde verstanden. Die Darstellung erschwerte jedoch teilweise, den Gesamtwert und seine Ursachen richtig einzuordnen:

  • Farben und unterschiedlich skalierte Werte waren nicht eindeutig verständlich.
  • Gewichtung und Zusammensetzung des Scores blieben teilweise unklar.
  • Kleine Klickflächen erschwerten den Zugriff auf die Sub-Scores.
  • Unterschiedliche Tooltips für Abkürzungen und Punktwerte wirkten inkonsistent.
  • „Meine Artikel“ wurde als „Artikel meines Ressorts“ interpretiert.
  • Erklärungen zu Faktoren, Gewichtung und konkreten Optimierungsmöglichkeiten fehlten.

Ergebnis Aufgabe 2 und 3

Screenshot Ergebnis Artikel Score
  1. Fotoimport

Der Drag-and-drop-Workflow funktionierte beim Import einzelner Bilder grundsätzlich gut. Beim Mehrfachimport fehlten jedoch Orientierung und ausreichendes Feedback zum Status der einzelnen Dateien. Dadurch war teilweise unklar, welche Bilder bereits verarbeitet wurden und ob weitere Schritte erforderlich waren.

Ergebnis Fotoimport

Screenshot Ergebnis Fotoimport
  1. Zwischenergebnis

Der Test bestätigte die grundsätzliche Nutzbarkeit des Konzepts, zeigte aber klare Optimierungspotenziale bei Informationshierarchie, Benennung und Interaktion. Die Beobachtungen wurden nach Schweregrad und Häufigkeit priorisiert und als konkrete Anpassungen in die weitere Produktentwicklung überführt.

Vom Testergebnis zur überarbeiteten Oberfläche

Die einzelnen Faktoren sind nun ausgeschrieben, der Gesamt-Score ist stärker hervorgehoben, die Informationshierarchie ruhiger und die Filter „Mein Ressort“ und „Alle“ verständlicher benannt. Dadurch lassen sich sowohl das Gesamtergebnis als auch die Ursachen eines Scores schneller erfassen und sowohl Erfolge, als auch Misserfolge werden direkt sichtbar.

Getesteter Prototyp und umgesetzte Oberfläche im Vergleich

Der getestete Prototyp und die Umsetzung im Vergleich

Ergebnis

Der quantitative Benchmark machte den übergeordneten Handlungsbedarf sichtbar. Der qualitative Lab-Test lieferte anschließend die notwendigen Details, um konkrete Probleme zu verstehen und gezielt zu beheben.

Durch diese Kombination konnten Diskussionen über die Bedienbarkeit von subjektiven Einschätzungen auf nachvollziehbare Beobachtungen und Kennzahlen verlagert werden. Gleichzeitig entstand eine Grundlage, anhand derer Produkt, Redaktion und Entwicklung Verbesserungen gemeinsam priorisieren konnten.

Fazit

Das Projekt hat mir erneut gezeigt, dass einzelne Research-Methoden selten alle relevanten Fragen beantworten. Quantitative Daten halfen, Unterschiede sichtbar zu machen und einen Benchmark zu schaffen. Erst die qualitative Beobachtung erklärte jedoch, warum Nutzer:innen an bestimmten Stellen Schwierigkeiten hatten.

Als UX Designer bestand meine Aufgabe deshalb nicht nur darin, Tests durchzuführen, sondern die passende Methodenkombination zu wählen, Ergebnisse angemessen einzuordnen und sie in umsetzbare Produktentscheidungen zu übersetzen.

Über dieses Projekt

Produkt

Newsgate, Escenic, Artikel-Score und Fotoimport

Plattform

Desktop-Webanwendungen, interne Redaktionssysteme

Kontext

Usability-Probleme bestehender Redaktionstools messbar und nachvollziehbar machen

Rolle

Methodenauswahl, Studiendesign, Moderation, Auswertung, Prototyping und UX/UI-Konzeption

Zusammenarbeit

Redakteur:innen, Product Owner und Entwicklungsteam

Output

Usability-Benchmark, Testbericht und optimiertes UX/UI-Konzept

Meine Projekte

Ausgewählte Arbeiten

Teaser dw news app

Deutsche Welle

DW Breaking World News App

Eine mehrsprachige News-App neu strukturieren – nicht als mobile Kopie der Website, sondern als eigenständiges Produkt.

Projekt ansehen →

Teaser live updates

Deutsche Welle

Live Updates

Ein neues Format mit kompakter Informationsarchitektur macht dynamische Nachrichtenlagen für Nutzer:innen schneller erfassbar und bleibt zugleich flexibel für die Redaktion nutzbar.

Projekt ansehen →

Teaser interaktive infografik

Deutsche Welle

Interaktive Infografik

Komplexe Datengrafiken auf kleinen Screens verständlich, bedienbar und skalierbar machen.

Projekt ansehen →

teaser spring poll

spring / welt.de

Polling-Tool

Ein internes Polling-Tool konzipieren als Entscheidungsgrundlage für eine Make-or-Buy-Frage

Projekt ansehen →

teaser welt dashboard

welt.de

Dashboard für welt.de

Eine zentrale Arbeitsoberfläche für die Redaktion entwickeln, die die Kuratierung der Startseite erleichtert und gleichzeitig die Qualität steigert.

Projekt ansehen →

welt.de

Usability messen und gezielt verbessern

SUS-Benchmark und Lab-Test machten Usability-Probleme sichtbar und lieferten konkrete Ansätze für die Weiterentwicklung.

Projekt ansehen →

Ich freue mich über eine Nachricht.

Ich freue mich über eine Nachricht.

hallo@christophkönig.com ↗

Offen für: Remote-Positionen · Projektarbeit · Hybrid in Berlin, Wolfsburg, Magdeburg, Göttingen

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Usability messen und gezielt verbessern

Mit quantitativen und qualitativen Methoden untersuchte ich die Usability interner Redaktionstools. Ein SUS-Benchmark machte Unterschiede zwischen zwei Systemen messbar. Ein moderierter Lab-Test half anschließend, konkrete Ursachen zu verstehen und ein neues UX/UI-Konzept gezielt weiterzuentwickeln.

Was ist wichtig?

bulletpoint

Mehrere interne Redaktionstools wurden sehr unterschiedlich bewertet; eine belastbare Vergleichsgrundlage fehlte.

bulletpoint

Quantitative und qualitative Methoden wurden gezielt kombiniert, um Probleme erst messbar und anschließend erklärbar zu machen.

bulletpoint

Redakteur:innen testeten realistische Aufgaben und zeigten, wo Kennzahlen, Benennungen und Interaktionen missverständlich waren.

bulletpoint

Der Untersuchungsumfang reichte vom SUS-Benchmark bis zum Lab-Test mit Prototypenvergleich und Fotoimport.

bulletpoint

Die Erkenntnisse wurden priorisiert und direkt in konkrete Anpassungen sowie gemeinsame Produktentscheidungen übersetzt.

Ausgangslage

Die Redaktion arbeitetet mit mehreren komplexen Produktionssystemen, deren Bedienbarkeit sehr unterschiedlich wahrgenommen wurde. Gleichzeitig fehlte eine belastbare Grundlage, um die Usability der Anwendungen miteinander zu vergleichen und konkrete Schwachstellen zu priorisieren.

Für eine neue Funktion zur Bewertung von Artikeln sollte außerdem überprüft werden, ob die dargestellten Kennzahlen verständlich waren und Redakteur:innen daraus konkrete Optimierungsmöglichkeiten ableiten konnten.

Herausforderung

Die Untersuchungen mussten unterschiedliche Fragen beantworten: Der quantitative Vergleich sollte zunächst zeigen, wie die bestehenden Systeme insgesamt wahrgenommen wurden. Der qualitative Test sollte anschließend erklären, warum einzelne Funktionen zu Irritationen führten und wie das Konzept verbessert werden konnte.

Da es sich um interne Spezialanwendungen handelte, waren die verfügbaren Stichproben begrenzt. Die Ergebnisse mussten deshalb transparent eingeordnet und als Entscheidungsgrundlage, nicht als repräsentative Marktforschung, verstanden werden.

Zentrale UX-Frage

Wie lassen sich Usability-Probleme messbar machen, ihre Ursachen verstehen und daraus konkrete Produktverbesserungen ableiten?

Die Kombination aus quantitativer und qualitativer Forschung ermöglichte zwei Perspektiven: Der SUS-Benchmark zeigte, wo ein grundlegender Handlungsbedarf bestand. Der Lab-Test machte anschließend sichtbar, welche konkreten Inhalte, Benennungen und Interaktionen überarbeitet werden mussten.

Beispiel quantitative Untersuchung

Benchmark mit der System Usability Scale

Die wahrgenommene Usability von Escenic und Newsgate wurde mithilfe der System Usability Scale verglichen. An der Befragung nahmen 20 Nutzer:innen von Escenic und 22 Nutzer:innen von Newsgate teil.

Die Untersuchung diente als interner Benchmark. Eine spätere Wiederholung hätte ermöglicht, die Wirkung umgesetzter Verbesserungen anhand derselben Kennzahl zu überprüfen.

Fragestellung

Die Teilnehmenden bewerteten zehn standardisierte Aussagen auf einer fünfstufigen Skala von „Stimme gar nicht zu“ bis „Stimme voll zu“. Untersucht wurden unter anderem wahrgenommene Komplexität, Erlernbarkeit, Konsistenz, Nutzungssicherheit und Hilfebedarf.

Bitte bewerte die folgenden Aussagen für das Erstellen und Produzieren eines Artikels in Newsgate beziehungsweise Escenic.

Fragestellungen SUS Test

Escenic zeigt einen deutlichen Usability-Vorsprung

Ergebnis SUS Test

Escenic zeigt einen klaren Usability-Vorsprung

Escenic erreichte einen SUS-Score von 72 und wurde damit deutlich besser bewertet als Newsgate mit 53 Punkten. Die Ergebnisse machten den unterschiedlichen Handlungsbedarf der beiden Systeme sichtbar und schufen eine gemeinsame Vergleichsbasis für Produkt und Entwicklung.

Mit insgesamt 42 Teilnehmenden lieferte die Untersuchung einen belastbaren internen Orientierungspunkt. Aufgrund der begrenzten und nicht zufällig ausgewählten Stichprobe ist sie jedoch nicht repräsentativ.

Beispiel qualitative Untersuchung

Lab-Test für Artikel-Score und Fotoimport

Für die Darstellung eines Artikel-Scores im Redaktionssystem Escenic entwickelte ich ein UX/UI-Konzept und einen interaktiven Prototyp. Anschließend plante und moderierte ich einen Usability-Test mit fünf Redakteur:innen im hauseigenen Lab.

Die Teilnehmenden bearbeiteten realistische Aufgaben zum Artikel-Score und zum Fotoimport. Ziel war es, Verständnisprobleme, Interaktionshürden und Unterschiede zwischen zwei Darstellungsvarianten frühzeitig zu identifizieren.

Beobachtungsnotizen aus dem Observerraum des Usability-Labs

Whitboard Lab-Test

Methodik

Der moderierte Test kombinierte aufgabenbasierte Nutzungsszenarien, Beobachtung und qualitative Rückfragen.

Für den Artikel-Score wurden eine reduzierte grafische Variante aus dem Analysetool und eine stärker grafische Variante miteinander verglichen. Dadurch ließ sich nicht nur die grundsätzliche Verständlichkeit prüfen, sondern auch, welche Form der Visualisierung die Inhalte besser vermittelte.

Identifizierte Probleme

1. Artikel Score

Die Grundidee des Artikel-Scores wurde verstanden. Die Darstellung erschwerte jedoch teilweise, den Gesamtwert und seine Ursachen richtig einzuordnen:

  • Farben und unterschiedlich skalierte Werte waren nicht eindeutig verständlich.
  • Gewichtung und Zusammensetzung des Scores blieben teilweise unklar.
  • Kleine Klickflächen erschwerten den Zugriff auf die Sub-Scores.
  • Unterschiedliche Tooltips für Abkürzungen und Punktwerte wirkten inkonsistent.
  • „Meine Artikel“ wurde als „Artikel meines Ressorts“ interpretiert.
  • Erklärungen zu Faktoren, Gewichtung und konkreten Optimierungsmöglichkeiten fehlten.

Ergebnis Aufgabe 2 und 3

Screenshot Ergebnis Artikel Score
  1. Fotoimport

Der Drag-and-drop-Workflow funktionierte beim Import einzelner Bilder grundsätzlich gut. Beim Mehrfachimport fehlten jedoch Orientierung und ausreichendes Feedback zum Status der einzelnen Dateien. Dadurch war teilweise unklar, welche Bilder bereits verarbeitet wurden und ob weitere Schritte erforderlich waren.

Ergebnis Fotoimport

Screenshot Ergebnis Fotoimport
  1. Zwischenergebnis

Der Test bestätigte die grundsätzliche Nutzbarkeit des Konzepts, zeigte aber klare Optimierungspotenziale bei Informationshierarchie, Benennung und Interaktion. Die Beobachtungen wurden nach Schweregrad und Häufigkeit priorisiert und als konkrete Anpassungen in die weitere Produktentwicklung überführt.

Vom Testergebnis zur überarbeiteten Oberfläche

Die einzelnen Faktoren sind nun ausgeschrieben, der Gesamt-Score ist stärker hervorgehoben, die Informationshierarchie ruhiger und die Filter „Mein Ressort“ und „Alle“ verständlicher benannt. Dadurch lassen sich sowohl das Gesamtergebnis als auch die Ursachen eines Scores schneller erfassen und sowohl Erfolge, als auch Misserfolge werden direkt sichtbar.

Getesteter Prototyp und umgesetzte Oberfläche im Vergleich

Der getestete Prototyp und die Umsetzung im Vergleich

Ergebnis

Der quantitative Benchmark machte den übergeordneten Handlungsbedarf sichtbar. Der qualitative Lab-Test lieferte anschließend die notwendigen Details, um konkrete Probleme zu verstehen und gezielt zu beheben.

Durch diese Kombination konnten Diskussionen über die Bedienbarkeit von subjektiven Einschätzungen auf nachvollziehbare Beobachtungen und Kennzahlen verlagert werden. Gleichzeitig entstand eine Grundlage, anhand derer Produkt, Redaktion und Entwicklung Verbesserungen gemeinsam priorisieren konnten.

Fazit

Das Projekt hat mir erneut gezeigt, dass einzelne Research-Methoden selten alle relevanten Fragen beantworten. Quantitative Daten halfen, Unterschiede sichtbar zu machen und einen Benchmark zu schaffen. Erst die qualitative Beobachtung erklärte jedoch, warum Nutzer:innen an bestimmten Stellen Schwierigkeiten hatten.

Als UX Designer bestand meine Aufgabe deshalb nicht nur darin, Tests durchzuführen, sondern die passende Methodenkombination zu wählen, Ergebnisse angemessen einzuordnen und sie in umsetzbare Produktentscheidungen zu übersetzen.

Über dieses Projekt

Produkt

Newsgate, Escenic, Artikel-Score und Fotoimport

Plattform

Desktop-Webanwendung, internes Redaktionssystem

Kontext

Usabiltiy-Problem von Tools sichtbar und vergleichbar machen

Rolle

Auswahl, Planung, Durchführung und Auswertung der eingesetzten Methoden, Prototyping und UX/UI-Entwicklung

Zusammenarbeit

Redakteur:innen, Product Owner und Entwicklungsteam

Output

Usability-Benchmark, Paper Prototyp, User Stories, Testbericht Lab-Test, UX/UI-Konzept

Meine Projekte

Ausgewählte Arbeiten

Teaser dw news app

Deutsche Welle

DW Breaking World News App

Eine mehrsprachige News-App neu strukturieren – nicht als mobile Kopie der Website, sondern als eigenständiges Produkt.

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Teaser live updates

Deutsche Welle

Live Updates

Ein neues Format mit kompakter Informationsarchitektur macht dynamische Nachrichtenlagen für Nutzer:innen schneller erfassbar und bleibt zugleich flexibel für die Redaktion nutzbar.

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Teaser interaktive infografik

Deutsche Welle

Interaktive Infografik

Komplexe Datengrafiken auf kleinen Screens verständlich, bedienbar und skalierbar machen.

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teaser spring poll

spring / welt.de

Polling-Tool

Ein internes Polling-Tool konzipieren als Entscheidungsgrundlage für eine Make-or-Buy-Frage

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Dashboard für welt.de

Eine zentrale Arbeitsoberfläche für die Redaktion entwickeln, die die Kuratierung der Startseite erleichtert und gleichzeitig die Qualität steigert.

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SUS-Benchmark und Lab-Test machten Usability-Probleme sichtbar und lieferten konkrete Ansätze für die Weiterentwicklung.

Projekt ansehen →

Ich freue mich über eine Nachricht.

Ich freue mich über eine Nachricht.

hallo@christophkönig.com ↗

Offen für: Remote-Positionen · Projektarbeit · Hybrid in Berlin, Wolfsburg, Magdeburg, Göttingen

welt.de • User Research

Usability messen und gezielt verbessern

Mit quantitativen und qualitativen Methoden untersuchte ich die Usability interner Redaktionstools. Ein SUS-Benchmark machte Unterschiede zwischen zwei Systemen messbar. Ein moderierter Lab-Test half anschließend, konkrete Ursachen zu verstehen und ein neues UX/UI-Konzept gezielt weiterzuentwickeln.

Was ist wichtig?

bulletpoint

Mehrere interne Redaktionstools wurden sehr unterschiedlich bewertet; eine belastbare Vergleichsgrundlage fehlte.

bulletpoint

Quantitative und qualitative Methoden wurden gezielt kombiniert, um Probleme erst messbar und anschließend erklärbar zu machen.

bulletpoint

Redakteur:innen testeten einen Artikel Score und zeigten, wo Kennzahlen, Benennungen und Interaktionen missverständlich waren.

bulletpoint

Der Untersuchungsumfang reichte vom SUS-Benchmark bis zum Lab-Test mit Prototypenvergleich und Fotoimport.

bulletpoint

Die Erkenntnisse wurden priorisiert und direkt in konkrete Anpassungen sowie gemeinsame Produktentscheidungen übersetzt.

Ausgangslage

Die Redaktion arbeitetet mit mehreren komplexen Produktionssystemen, deren Bedienbarkeit sehr unterschiedlich wahrgenommen wurde. Gleichzeitig fehlte eine belastbare Grundlage, um die Usability der Anwendungen miteinander zu vergleichen und konkrete Schwachstellen zu priorisieren.

Für eine neue Funktion zur Bewertung von Artikeln sollte außerdem überprüft werden, ob die dargestellten Kennzahlen verständlich waren und Redakteur:innen daraus konkrete Optimierungsmöglichkeiten ableiten konnten.

Herausforderung

Die Untersuchungen mussten unterschiedliche Fragen beantworten: Der quantitative Vergleich sollte zunächst zeigen, wie die bestehenden Systeme insgesamt wahrgenommen wurden. Der qualitative Test sollte anschließend erklären, warum einzelne Funktionen zu Irritationen führten und wie das Konzept verbessert werden konnte.

Da es sich um interne Spezialanwendungen handelte, waren die verfügbaren Stichproben begrenzt. Die Ergebnisse mussten deshalb transparent eingeordnet und als Entscheidungsgrundlage, nicht als repräsentative Marktforschung, verstanden werden.

Zentrale UX-Frage

Wie lassen sich Usability-Probleme messbar machen, ihre Ursachen verstehen und daraus konkrete Produktverbesserungen ableiten?

Die Kombination aus quantitativer und qualitativer Forschung ermöglichte zwei Perspektiven: Der SUS-Benchmark zeigte, wo ein grundlegender Handlungsbedarf bestand. Der Lab-Test machte anschließend sichtbar, welche konkreten Inhalte, Benennungen und Interaktionen überarbeitet werden mussten.

Beispiel quantitative Untersuchung

Benchmark mit der System Usability Scale

Die wahrgenommene Usability von Escenic und Newsgate wurde mithilfe der System Usability Scale verglichen. An der Befragung nahmen 20 Nutzer:innen von Escenic und 22 Nutzer:innen von Newsgate teil.

Die Untersuchung diente als interner Benchmark. Eine spätere Wiederholung hätte ermöglicht, die Wirkung umgesetzter Verbesserungen anhand derselben Kennzahl zu überprüfen.

Fragestellung

Die Teilnehmenden bewerteten zehn standardisierte Aussagen auf einer fünfstufigen Skala von „Stimme gar nicht zu“ bis „Stimme voll zu“. Untersucht wurden unter anderem wahrgenommene Komplexität, Erlernbarkeit, Konsistenz, Nutzungssicherheit und Hilfebedarf.

Bitte bewerte die folgenden Aussagen für das Erstellen und Produzieren eines Artikels in Newsgate beziehungsweise Escenic.

Fragestellungen SUS Test

Escenic zeigt einen deutlichen Usability-Vorsprung

Ergebnis SUS Test

Escenic zeigt einen klaren Usability-Vorsprung

Escenic erreichte einen SUS-Score von 72 und wurde damit deutlich besser bewertet als Newsgate mit 53 Punkten. Die Ergebnisse machten den unterschiedlichen Handlungsbedarf der beiden Systeme sichtbar und schufen eine gemeinsame Vergleichsbasis für Produkt und Entwicklung.

Mit insgesamt 42 Teilnehmenden lieferte die Untersuchung einen belastbaren internen Orientierungspunkt. Aufgrund der begrenzten und nicht zufällig ausgewählten Stichprobe ist sie jedoch nicht repräsentativ.

Beispiel qualitative Untersuchung

Lab-Test für Artikel-Score und Fotoimport

Für die Darstellung eines Artikel-Scores im Redaktionssystem Escenic entwickelte ich ein UX/UI-Konzept und einen interaktiven Prototyp. Anschließend plante und moderierte ich einen Usability-Test mit fünf Redakteur:innen im hauseigenen Lab.

Die Teilnehmenden bearbeiteten realistische Aufgaben zum Artikel-Score und zum Fotoimport. Ziel war es, Verständnisprobleme, Interaktionshürden und Unterschiede zwischen zwei Darstellungsvarianten frühzeitig zu identifizieren.

Beobachtungsnotizen aus dem Observerraum des Usability-Labs

Whitboard Lab-Test

Methodik

Der moderierte Test kombinierte aufgabenbasierte Nutzungsszenarien, Beobachtung und qualitative Rückfragen.

Für den Artikel-Score wurden eine reduzierte grafische Variante aus dem Analysetool und eine stärker grafische Variante miteinander verglichen. Dadurch ließ sich nicht nur die grundsätzliche Verständlichkeit prüfen, sondern auch, welche Form der Visualisierung die Inhalte besser vermittelte.

Identifizierte Probleme

1. Artikel Score

Die Grundidee des Artikel-Scores wurde verstanden. Die Darstellung erschwerte jedoch teilweise, den Gesamtwert und seine Ursachen richtig einzuordnen:

  • Farben und unterschiedlich skalierte Werte waren nicht eindeutig verständlich.
  • Gewichtung und Zusammensetzung des Scores blieben teilweise unklar.
  • Kleine Klickflächen erschwerten den Zugriff auf die Sub-Scores.
  • Unterschiedliche Tooltips für Abkürzungen und Punktwerte wirkten inkonsistent.
  • „Meine Artikel“ wurde als „Artikel meines Ressorts“ interpretiert.
  • Erklärungen zu Faktoren, Gewichtung und konkreten Optimierungsmöglichkeiten fehlten.

Ergebnis Aufgabe 2 und 3

Screenshot Ergebnis Artikel Score
  1. Fotoimport

Der Drag-and-drop-Workflow funktionierte beim Import einzelner Bilder grundsätzlich gut. Beim Mehrfachimport fehlten jedoch Orientierung und ausreichendes Feedback zum Status der einzelnen Dateien. Dadurch war teilweise unklar, welche Bilder bereits verarbeitet wurden und ob weitere Schritte erforderlich waren.

Ergebnis Fotoimport

Screenshot Ergebnis Fotoimport
  1. Zwischenergebnis

Der Test bestätigte die grundsätzliche Nutzbarkeit des Konzepts, zeigte aber klare Optimierungspotenziale bei Informationshierarchie, Benennung und Interaktion. Die Beobachtungen wurden nach Schweregrad und Häufigkeit priorisiert und als konkrete Anpassungen in die weitere Produktentwicklung überführt.

Vom Testergebnis zur überarbeiteten Oberfläche

Die Erkenntnisse aus dem Lab-Test flossen direkt in die Umsetzung ein. Die einzelnen Faktoren wurden ausgeschrieben und der Gesamt-Score visuell stärker hervorgehoben. Eine ruhigere Informationshierarchie erleichtert es, zwischen Gesamtergebnis und einzelnen Einflussfaktoren zu unterscheiden.

Auch die Filter wurden verständlicher benannt: Aus „Meine Artikel“ wurden die eindeutigeren Optionen „Mein Ressort“ und „Alle“. Positive und negative Entwicklungen sind nun schneller erkennbar, während ergänzende Informationen die Zusammensetzung des Scores nachvollziehbarer machen.

Getesteter Prototyp und umgesetzte Oberfläche im Vergleich

Der getestete Prototyp und die Umsetzung im Vergleich

Ergebnis

Der quantitative Benchmark machte den übergeordneten Handlungsbedarf sichtbar. Der qualitative Lab-Test lieferte anschließend die notwendigen Details, um konkrete Probleme zu verstehen und gezielt zu beheben.

Durch diese Kombination konnten Diskussionen über die Bedienbarkeit von subjektiven Einschätzungen auf nachvollziehbare Beobachtungen und Kennzahlen verlagert werden. Gleichzeitig entstand eine Grundlage, anhand derer Produkt, Redaktion und Entwicklung Verbesserungen gemeinsam priorisieren konnten.

Fazit

Das Projekt hat mir erneut gezeigt, dass einzelne Research-Methoden selten alle relevanten Fragen beantworten. Quantitative Daten halfen, Unterschiede sichtbar zu machen und einen Benchmark zu schaffen. Erst die qualitative Beobachtung erklärte jedoch, warum Nutzer:innen an bestimmten Stellen Schwierigkeiten hatten.

Als UX Designer bestand meine Aufgabe deshalb nicht nur darin, Tests durchzuführen, sondern die passende Methodenkombination zu wählen, Ergebnisse angemessen einzuordnen und sie in umsetzbare Produktentscheidungen zu übersetzen.

Über dieses Projekt

Produkt

Newsgate, Escenic, Artikel-Score und Fotoimport

Plattform

Desktop-Webanwendungen, interne Redaktionssysteme

Kontext

Usability-Probleme bestehender Redaktionstools messbar und nachvollziehbar machen

Rolle

Methodenauswahl, Studiendesign, Moderation, Auswertung, Prototyping und UX/UI-Konzeption

Zusammenarbeit

Redakteur:innen, Product Owner und Entwicklungsteam

Output

Usability-Benchmark, Paper Prototyp, User Stories, Testbericht Lab-Test, UX/UI-Konzept

Meine Projekte

Ausgewählte Arbeiten

Teaser dw news app

Deutsche Welle

DW Breaking World News App

Eine mehrsprachige News-App neu strukturieren – nicht als mobile Kopie der Website, sondern als eigenständiges Produkt.

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Teaser live updates

Deutsche Welle

Live Updates

Ein neues Format mit kompakter Informationsarchitektur macht dynamische Nachrichtenlagen für Nutzer:innen schneller erfassbar und bleibt zugleich flexibel für die Redaktion nutzbar.

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Teaser interaktive infografik

Deutsche Welle

Interaktive Infografik

Komplexe Datengrafiken auf kleinen Screens verständlich, bedienbar und skalierbar machen.

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Polling-Tool

Ein internes Polling-Tool konzipieren als Entscheidungsgrundlage für eine Make-or-Buy-Frage

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Dashboard für welt.de

Eine zentrale Arbeitsoberfläche für die Redaktion entwickeln, die die Kuratierung der Startseite erleichtert und gleichzeitig die Qualität steigert.

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Usability messen und gezielt verbessern

SUS-Benchmark und Lab-Test machten Usability-Probleme sichtbar und lieferten konkrete Ansätze für die Weiterentwicklung.

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