welt.de • Case Study
Entwicklung eines Dashboards zur Kuratierung
Die Kuratierung der WELT-Frontpage war auf mehrere Arbeitsbereiche und Informationsquellen verteilt. Ziel des Projekts war es, redaktionelle Entscheidungen zu beschleunigen, ohne die Kontrolle der Pilot:innen durch eine automatisierte Kuratierung einzuschränken.
In einem Design-Thinking-Workshop entwickelte ich gemeinsam mit der Redaktion die Vision einer zentralen Arbeitsoberfläche. Daraus entstanden ein Dashboard-Konzept und ein priorisierter MVP für den operativen Kuratierungsprozess.
Was ist wichtig?
Relevante Inhalte, Kennzahlen und Trends waren auf mehrere Tools verteilt; eine zentrale Entscheidungsgrundlage fehlte.
Die Anforderungen von zehn Pilot:innen wurden in einem Design-Thinking-Workshop erfasst, gebündelt und priorisiert.
Die Nutzer:innen benötigten schnelleren Zugriff auf relevante Informationen, ohne ihre redaktionelle Kontrolle einzuschränken.
Der Konzeptumfang reichte von Artikel-Inbox und Frontpage-Kuratierung bis zu Performance-Daten, Trends, A/B-Tests und Live-Vorschau.
Die Produktvision wurde in einen umsetzbaren MVP überführt; weitere Funktionen blieben als Grundlage für spätere Ausbaustufen dokumentiert.
Ausgangssituation
Die Pilot:innen kuratierten die Startseite von WELT.de im bestehenden Redaktionssystem Escenic. Dafür mussten sie Informationen aus verschiedenen Quellen zusammenführen und regelmäßig zwischen mehreren Ansichten und Tools wechseln. Neue Artikel, Publikationshinweise, Performance-Daten, aktuelle Trends und die tatsächliche Darstellung auf der Frontpage standen nicht in einem gemeinsamen Kontext zur Verfügung.
Da sich der bestehende Workflow in Escenic nicht sinnvoll weiterentwickeln ließ, sollte eine neue Oberfläche entstehen. Sie sollte die Pilot:innen bei ihren täglichen Aufgaben unterstützen, redaktionelle Entscheidungen erleichtern und zugleich die Qualität der Kuratierung sowie die Performance der Website verbessern.
Herausforderung
Das Wissen und Problemstellungen einer kleinen Expertengruppe aus 10 Pilot:innen musste erfasst und zusammengeführt werden. Die daraus generierte Lösung sollte relevante Informationen an einem Ort bündeln, ohne jedoch die redaktionelle Entscheidung zu automatisieren oder einzuschränken.
Zentrale UX-Frage
Was muss ein modernes Tool leisten, damit Pilot:innen die Frontpage einfach und effizient kuratieren können?
Vorgehen
1. Design-Thinking-Workshop
Um ein tiefes Verständnis für die Nutzerbedürfnisse zu verankern, moderierte ich einen Design-Thinking-Workshop. Die Pilot:innen arbeiteten in zwei Gruppen parallel an derselben Leitfrage. Als Basis verwendete ich die Problem-Statement-Methode („Der User benötigt X, weil er sonst Y nicht tun kann“). Das omnipräsente „Weil“ fokussierte das Team konsequent auf die geschäftskritischsten Pain Points und filterte unbedeutende Feature-Wünsche sofort heraus.
Beide Gruppen formulierten in diesem Format ihre Bedürfnisse sowie Hindernisse und entwickelten unabhängig voneinander erste Lösungsansätze. Die Teilnehmer skizzierten zentrale Funktionen unter Zeitdruck und verdichteten sie zu Dashboard-Konzepten. Anschließend wurden die Gruppen zusammengeführt, um die Ergebnisse in einem gemeinsamen Galerie-Rundgang zu betrachten. Ein finales Voting diente der Identifikation und Priorisierung der stärksten Konzepte.
Ergebnisse des Workshops
Das Whiteboard zeigt die Lösungsansätze beider Gruppen sowie die anschließende Bewertung.

2. Entwicklung von User Stories
Nachdem dem Workshop verfasste ich finale User Stories, die die Dashboard-Funktionen nahtlos in technische Anforderungen für das Development übersetzten und den Fokus konsequent auf dem Nutzwert für die Pilot:innen hielten.
Social- und SEO-Trends
“Als Pilot möchte aktuelle Webtrends schnell überblicken können, um Artikel zu diesen Themen schneller anbieten zu können.”
“Als Pilot möchte ich Artikel zu "trendenden" Themen schneller identifizieren können, um sie schneller publizieren zu können.”
Metriken
“Als Pilot möchte ich die aktuellen Metriken (Chartbeat, Webtrekk) direkt am Artikel im Content-Bereich der Frontpage überblicken können, um schneller schlecht klickende Artikel identifizieren zu können.”
A/B-Tests
“Als Pilot möchte ich den Status von A/B-Tests direkt am Artikel im Content-Bereich der Frontpage überblicken können, um zu erkennen, ob für den Artikel ein Test angelegt ist.”
Live-Vorschau der Frontpage
“Als Pilot möchte ich im Redaktionssystem eine Live-Vorschau der Frontpage haben, um zu sehen, wie sich die platzierten Artikel verhalten ohne die Frontpage zu speichern.”
Publikationshinweis
“Als Redakteur möchte ich dem Piloten wichtige Infos zur Publikation des Artikel mitteilen, um diese Hinweise nicht mehr in den Titel schreiben zu müssen.”
“Als Pilot benötige ich meine Schnellnavigation (oder individuelle Bühnenanordnung) zwischen den Bühnen, um Artikel schneller von einer oberen Bühnen in eine untere Bühne verschieben zu können.”
MVP der Frontpage-Kuratierung in Papyrus
Das neue Dashboard fokussiert sich auf die Verwaltung der einzelnen Bühnen. Status, Inhaltstyp und Platzierungszeit sind nun direkt am Artikel sichtbar.

3. Dashboard als Prototyp
Auf Basis des Workshop und den daraus abgeleiteten User Stories entwickelte ich einen Prototyp des Dashboard-Konzepts mit drei zentralen Bereichen: einer Inbox für neue Inhalte, der aktuellen Frontpage-Kuratierung und einem Analysebereich mit Social- und Google-Trends.
Performance-Indikatoren wurden direkt an den Artikeln dargestellt. Dadurch sollten die Pilot:innen nicht mehr zwischen Kuratierung, Analytics und weiteren Recherchewerkzeugen wechseln müssen. Farbige Statuswerte, Trends und kompakte Diagramme ermöglichten einen schnellen Überblick, ohne den eigentlichen Arbeitsprozess zu unterbrechen.
Prototyp des Dashboards
Der Entwurf verbindet Artikel-Inbox, Frontpage, Leistungswerte und externe Trends. Die wichtigsten Informationen stehen direkt im Kontext der jeweiligen redaktionellen Entscheidung zur Verfügung.

4. Moderierter Walkthrough im Anschluss
Den Dashboard-Entwurf ging ich gemeinsam mit den Pilot:innen anhand typischer Arbeitssituationen durch. Dabei erläuterten sie ihre Erwartungen, bewerteten die vorgesehenen Funktionen und ergänzten Anforderungen aus ihrem Arbeitsalltag.
Das Feedback bestätigte den Bedarf an einer zentralen Entscheidungsoberfläche. Als besonders relevant wurden integrierte Trends und Performance-Daten, der integrierte A/B-Tests, eine Live-Vorschau identifiziert. Die Erkenntnisse flossen in die weitere Konzeption ein.
5. MVP: Konzentration auf den operativen Kern
Mit dem MVP wurde die Frontpage-Kuratierung erstmals zu einem eigenständigen Tool und löste sich vom inflexiblen Escenic-System. Damit erreichte das Projekt sein ursprüngliches Kernziel.
Die Reduzierung auf den operativen Kern basierte auf der Priorisierung durch den Product Owner in Abstimmung mit der Redaktion und anderen POs. Ich stellte sicher, dass die priorisierten Kernfunktionen einen stabilen, eigenständigen Kuratierungsworkflow ermöglichten: Artikel konnten den unterschiedlichen Bühnen und Ressorts zugeordnet, sortiert und für die Veröffentlichung vorbereitet werden.
Weiterführende Ideen aus dem Workshop, etwa die Inbox, integrierte Performance-Daten und Trendindikatoren, wurden bewusst zurückgestellt und als dokumentierte Grundlage für spätere Ausbaustufen festgehalten.
Ergebnis
Das Projekt zeigt, wie ein strukturiertes Vorgehen dabei hilft eine Produktvision und anschließend ein umsetzbares Produkt zu entwickeln. Das UX-Konzept machte sichtbar, welche Informationen Pilot:innen für schnelle und fundierte Entscheidungen benötigen.
Im MVP wurde bewusst zuerst der zentrale Kuratierungs-Funktion umgesetzt. Auch wenn nicht alle erarbeiteten Funktionen Teil der ersten Version wurden, dienten die User Stories und der Dashboard-Konzept als gemeinsame Orientierung für Produkt, Redaktion und Entwicklung.
Fazit
Für mich wurde deutlich, wie wertvoll es ist, Nutzer:innen früh und aktiv in die Lösungsentwicklung einzubeziehen. Durch die parallele Arbeit in zwei Gruppen entstanden unterschiedliche Perspektiven, die sich anschließend zu einem gemeinsamen Zielbild verdichten ließen und so auch für Stakeholder und Teams sichtbar wurden.
Der intensive Kontakt und der direkte Austausch mit den Pilot:innen halfen mir zudem, ein nachhaltiges Verständnis für ihre Arbeitsweise, Anforderungen und täglichen Herausforderungen aufzubauen. Davon habe ich bei der gesamten weiteren Produktentwicklung stark profitiert.
Ein weiteres wichtiges Learning war, Produktvision und MVP klar voneinander zu trennen. Nicht jede sinnvolle Idee musste sofort umgesetzt werden. Entscheidend war, den operativen Kern zu priorisieren und zugleich eine belastbare Grundlage für spätere Erweiterungen zu schaffen.
Über dieses Projekt
Produkt
Dashboard für die Frontpage-Kuratierung
Plattform
Desktop-Webanwendung · internes Redaktionssystem
Kontext
Weiterentwicklung des Kuratierungsprozesses für WELT.de
Meine Rolle
Workshop-Planung, Moderation und Auswertung, UX-Konzeption, Informationsarchitektur und Prototyping
Zusammenarbeit
Pilot:innen und UX-Team
Output
Dashboard-Konzept und Grundlage für ein reduziertes MVP
Meine Projekte
Ausgewählte Arbeiten

Deutsche Welle
Eine mehrsprachige News-App neu strukturieren – nicht als mobile Kopie der Website, sondern als eigenständiges Produkt.
Projekt ansehen →

Deutsche Welle
Ein neues Format mit kompakter Informationsarchitektur macht dynamische Nachrichtenlagen für Nutzer:innen schneller erfassbar und bleibt zugleich flexibel für die Redaktion nutzbar.
Projekt ansehen →

Deutsche Welle
Komplexe Datengrafiken auf kleinen Screens verständlich, bedienbar und skalierbar machen.
Projekt ansehen →

SPring / welt.de
Ein internes Polling-Tool konzipieren als Entscheidungsgrundlage für eine Make-or-Buy-Frage
Projekt ansehen →

welt.de
Eine zentrale Arbeitsoberfläche für die Redaktion entwickeln, die die Kuratierung der Startseite erleichtert und gleichzeitig die Qualität steigert.
Projekt ansehen →
welt.de
SUS-Benchmark und Lab-Test machten Usability-Probleme sichtbar und lieferten konkrete Ansätze für die Weiterentwicklung.
Projekt ansehen →
Ich freue mich über eine direkte Nachricht.
hallo@christophkönig.com ↗Offen für: Remote-Positionen · Projektarbeit · Hybrid in Berlin, Wolfsburg, Magdeburg, Göttingen
welt.de • Case Study
Entwicklung eines Dashboards zur Kuratierung
Die Kuratierung der WELT-Frontpage war auf mehrere Arbeitsbereiche und Informationsquellen verteilt. Ziel des Projekts war es, redaktionelle Entscheidungen zu beschleunigen, ohne die Kontrolle der Pilot:innen durch eine automatisierte Kuratierung einzuschränken.
In einem Design-Thinking-Workshop entwickelte ich gemeinsam mit der Redaktion die Vision einer zentralen Arbeitsoberfläche. Daraus entstanden ein Dashboard-Konzept und ein priorisierter MVP für den operativen Kuratierungsprozess.
Was ist wichtig?
Relevante Inhalte, Kennzahlen und Trends waren auf mehrere Tools verteilt; eine zentrale Entscheidungsgrundlage fehlte.
Die Anforderungen von zehn Pilot:innen wurden in einem Design-Thinking-Workshop erfasst, gebündelt und priorisiert.
Die Nutzer:innen benötigten schnelleren Zugriff auf relevante Informationen, ohne ihre redaktionelle Kontrolle einzuschränken.
Der Konzeptumfang reichte von Artikel-Inbox und Frontpage-Kuratierung bis zu Performance-Daten, Trends, A/B-Tests und Live-Vorschau.
Die Produktvision wurde in einen umsetzbaren MVP überführt; weitere Funktionen blieben als Grundlage für spätere Ausbaustufen dokumentiert.
Ausgangssituation
Die Pilot:innen kuratierten die Startseite von WELT.de im bestehenden Redaktionssystem Escenic. Dafür mussten sie Informationen aus verschiedenen Quellen zusammenführen und regelmäßig zwischen mehreren Ansichten und Tools wechseln. Neue Artikel, Publikationshinweise, Performance-Daten, aktuelle Trends und die tatsächliche Darstellung auf der Frontpage standen nicht in einem gemeinsamen Kontext zur Verfügung.
Da sich der bestehende Workflow in Escenic nicht sinnvoll weiterentwickeln ließ, sollte eine neue Oberfläche entstehen. Sie sollte die Pilot:innen bei ihren täglichen Aufgaben unterstützen, redaktionelle Entscheidungen erleichtern und zugleich die Qualität der Kuratierung sowie die Performance der Website verbessern.
Herausforderung
Das Wissen und Problemstellungen einer kleinen Expertengruppe aus 10 Pilot:innen musste erfasst und zusammengeführt werden. Die daraus generierte Lösung sollte relevante Informationen an einem Ort bündeln, ohne jedoch die redaktionelle Entscheidung zu automatisieren oder einzuschränken.
Zentrale UX-Frage
Was muss ein modernes Tool leisten, damit Pilot:innen die Frontpage einfach und effizient kuratieren können?
Vorgehen
1. Design-Thinking-Workshop
Um ein tiefes Verständnis für die Nutzerbedürfnisse zu verankern, moderierte ich einen Design-Thinking-Workshop. Die Pilot:innen arbeiteten in zwei Gruppen parallel an derselben Leitfrage. Als Basis verwendete ich die Problem-Statement-Methode („Der User benötigt X, weil er sonst Y nicht tun kann“). Das omnipräsente „Weil“ fokussierte das Team konsequent auf die geschäftskritischsten Pain Points und filterte unbedeutende Feature-Wünsche sofort heraus.
Beide Gruppen formulierten in diesem Format ihre Bedürfnisse sowie Hindernisse und entwickelten unabhängig voneinander erste Lösungsansätze. Die Teilnehmer skizzierten zentrale Funktionen unter Zeitdruck und verdichteten sie zu Dashboard-Konzepten. Anschließend wurden die Gruppen zusammengeführt, um die Ergebnisse in einem gemeinsamen Galerie-Rundgang zu betrachten. Ein finales Voting diente der Identifikation und Priorisierung der stärksten Konzepte.
Ergebnisse des Workshops
Das Whiteboard zeigt die Lösungsansätze beider Gruppen sowie die anschließende Bewertung.

2. Entwicklung von User Stories
Nachdem dem Workshop verfasste ich finale User Stories, die die Dashboard-Funktionen nahtlos in technische Anforderungen für das Development übersetzten und den Fokus konsequent auf dem Nutzwert für die Pilot:innen hielten.
Social- und SEO-Trends
“Als Pilot möchte aktuelle Webtrends schnell überblicken können, um Artikel zu diesen Themen schneller anbieten zu können.”
“Als Pilot möchte ich Artikel zu "trendenden" Themen schneller identifizieren können, um sie schneller publizieren zu können.”
Metriken
“Als Pilot möchte ich die aktuellen Metriken (Chartbeat, Webtrekk) direkt am Artikel im Content-Bereich der Frontpage überblicken können, um schneller schlecht klickende Artikel identifizieren zu können.”
A/B-Tests
“Als Pilot möchte ich den Status von A/B-Tests direkt am Artikel im Content-Bereich der Frontpage überblicken können, um zu erkennen, ob für den Artikel ein Test angelegt ist.”
Live-Vorschau der Frontpage
“Als Pilot möchte ich im Redaktionssystem eine Live-Vorschau der Frontpage haben, um zu sehen, wie sich die platzierten Artikel verhalten ohne die Frontpage zu speichern.”
Publikationshinweis
“Als Redakteur möchte ich dem Piloten wichtige Infos zur Publikation des Artikel mitteilen, um diese Hinweise nicht mehr in den Titel schreiben zu müssen.”
“Als Pilot benötige ich meine Schnellnavigation (oder individuelle Bühnenanordnung) zwischen den Bühnen, um Artikel schneller von einer oberen Bühnen in eine untere Bühne verschieben zu können.”
3. Dashboard als Prototyp
Auf Basis des Workshop und den daraus abgeleiteten User Stories entwickelte ich einen Prototyp des Dashboard-Konzepts mit drei zentralen Bereichen: einer Inbox für neue Inhalte, der aktuellen Frontpage-Kuratierung und einem Analysebereich mit Social- und Google-Trends.
Performance-Indikatoren wurden direkt an den Artikeln dargestellt. Dadurch sollten die Pilot:innen nicht mehr zwischen Kuratierung, Analytics und weiteren Recherchewerkzeugen wechseln müssen. Farbige Statuswerte, Trends und kompakte Diagramme ermöglichten einen schnellen Überblick, ohne den eigentlichen Arbeitsprozess zu unterbrechen.
Prototyp des Dashboards
Der Entwurf verbindet Artikel-Inbox, Frontpage, Leistungswerte und externe Trends. Die wichtigsten Informationen stehen direkt im Kontext der jeweiligen redaktionellen Entscheidung zur Verfügung.

4. Moderierter Walkthrough im Anschluss
Den Dashboard-Entwurf ging ich gemeinsam mit den Pilot:innen anhand typischer Arbeitssituationen durch. Dabei erläuterten sie ihre Erwartungen, bewerteten die vorgesehenen Funktionen und ergänzten Anforderungen aus ihrem Arbeitsalltag.
Das Feedback bestätigte den Bedarf an einer zentralen Entscheidungsoberfläche. Als besonders relevant wurden integrierte Trends und Performance-Daten, der integrierte A/B-Tests, eine Live-Vorschau identifiziert. Die Erkenntnisse flossen in die weitere Konzeption ein.
MVP der Frontpage-Kuratierung in Papyrus
Das neue Dashboard fokussiert sich auf die Verwaltung der einzelnen Bühnen. Status, Inhaltstyp und Platzierungszeit sind nun direkt am Artikel sichtbar.

5. MVP: Konzentration auf den operativen Kern
Mit dem MVP wurde die Frontpage-Kuratierung erstmals zu einem eigenständigen Tool und löste sich vom inflexiblen Escenic-System. Damit erreichte das Projekt sein ursprüngliches Kernziel.
Die Reduzierung auf den operativen Kern basierte auf der Priorisierung durch den Product Owner in Abstimmung mit der Redaktion und anderen POs. Ich stellte sicher, dass die priorisierten Kernfunktionen einen stabilen, eigenständigen Kuratierungsworkflow ermöglichten: Artikel konnten den unterschiedlichen Bühnen und Ressorts zugeordnet, sortiert und für die Veröffentlichung vorbereitet werden.
Weiterführende Ideen aus dem Workshop, etwa die Inbox, integrierte Performance-Daten und Trendindikatoren, wurden bewusst zurückgestellt und als dokumentierte Grundlage für spätere Ausbaustufen festgehalten.
Ergebnis
Das Projekt zeigt, wie ein strukturiertes Vorgehen dabei hilft eine Produktvision und anschließend ein umsetzbares Produkt zu entwickeln. Das UX-Konzept machte sichtbar, welche Informationen Pilot:innen für schnelle und fundierte Entscheidungen benötigen.
Im MVP wurde bewusst zuerst der zentrale Kuratierungs-Funktion umgesetzt. Auch wenn nicht alle erarbeiteten Funktionen Teil der ersten Version wurden, dienten die User Stories und der Dashboard-Konzept als gemeinsame Orientierung für Produkt, Redaktion und Entwicklung.
Fazit
Für mich wurde deutlich, wie wertvoll es ist, Nutzer:innen früh und aktiv in die Lösungsentwicklung einzubeziehen. Durch die parallele Arbeit in zwei Gruppen entstanden unterschiedliche Perspektiven, die sich anschließend zu einem gemeinsamen Zielbild verdichten ließen und so auch für Stakeholder und Teams sichtbar wurden.
Der intensive Kontakt und der direkte Austausch mit den Pilot:innen halfen mir zudem, ein nachhaltiges Verständnis für ihre Arbeitsweise, Anforderungen und täglichen Herausforderungen aufzubauen. Davon habe ich bei der gesamten weiteren Produktentwicklung stark profitiert.
Ein weiteres wichtiges Learning war, Produktvision und MVP klar voneinander zu trennen. Nicht jede sinnvolle Idee musste sofort umgesetzt werden. Entscheidend war, den operativen Kern zu priorisieren und zugleich eine belastbare Grundlage für spätere Erweiterungen zu schaffen.
Über dieses Projekt
Produkt
Dashboard für die Frontpage-Kuratierung
Plattform
Desktop-Webanwendung · internes Redaktionssystem
Kontext
Weiterentwicklung des Kuratierungsprozesses für WELT.de
Meine Rolle
Workshop-Planung, Moderation und Auswertung, UX-Konzeption, Informationsarchitektur und Prototyping
Zusammenarbeit
Pilot:innen und UX-Team
Output
Dashboard-Konzept und Grundlage für ein reduziertes MVP
Meine Projekte
Ausgewählte Arbeiten

Deutsche Welle
Eine mehrsprachige News-App neu strukturieren – nicht als mobile Kopie der Website, sondern als eigenständiges Produkt.
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Deutsche Welle
Ein neues Format mit kompakter Informationsarchitektur macht dynamische Nachrichtenlagen für Nutzer:innen schneller erfassbar und bleibt zugleich flexibel für die Redaktion nutzbar.
Projekt ansehen →

Deutsche Welle
Komplexe Datengrafiken auf kleinen Screens verständlich, bedienbar und skalierbar machen.
Projekt ansehen →

SPring / welt.de
Ein internes Polling-Tool konzipieren als Entscheidungsgrundlage für eine Make-or-Buy-Frage
Projekt ansehen →

welt.de
Eine zentrale Arbeitsoberfläche für die Redaktion entwickeln, die die Kuratierung der Startseite erleichtert und gleichzeitig die Qualität steigert.
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welt.de
SUS-Benchmark und Lab-Test machten Usability-Probleme sichtbar und lieferten konkrete Ansätze für die Weiterentwicklung.
Projekt ansehen →
Ich freue mich über eine direkte Nachricht.
hallo@christophkönig.com ↗Offen für: Remote-Positionen · Projektarbeit · Hybrid in Berlin, Wolfsburg, Magdeburg, Göttingen
welt.de • Case Study
Entwicklung eines Dashboards zur Kuratierung
Die Kuratierung der WELT-Frontpage war auf mehrere Arbeitsbereiche und Informationsquellen verteilt. Ziel des Projekts war es, redaktionelle Entscheidungen zu beschleunigen, ohne die Kontrolle der Pilot:innen durch eine automatisierte Kuratierung einzuschränken.
In einem Design-Thinking-Workshop entwickelte ich gemeinsam mit der Redaktion die Vision einer zentralen Arbeitsoberfläche. Daraus entstanden ein Dashboard-Konzept und ein priorisierter MVP für den operativen Kuratierungsprozess.
Was ist wichtig?
Relevante Inhalte, Kennzahlen und Trends waren auf mehrere Tools verteilt; eine zentrale Entscheidungsgrundlage fehlte.
Die Anforderungen von zehn Pilot:innen wurden in einem Design-Thinking-Workshop erfasst, gebündelt und priorisiert.
Die Nutzer:innen benötigten schnelleren Zugriff auf relevante Informationen, ohne ihre redaktionelle Kontrolle einzuschränken.
Der Konzeptumfang reichte von Artikel-Inbox und Frontpage-Kuratierung bis zu Performance-Daten, Trends, A/B-Tests und Live-Vorschau.
Die Produktvision wurde in einen umsetzbaren MVP überführt; weitere Funktionen blieben als Grundlage für spätere Ausbaustufen dokumentiert.
Ausgangssituation
Die Pilot:innen kuratierten die Startseite von WELT.de im bestehenden Redaktionssystem Escenic. Dafür mussten sie Informationen aus verschiedenen Quellen zusammenführen und regelmäßig zwischen mehreren Ansichten und Tools wechseln. Neue Artikel, Publikationshinweise, Performance-Daten, aktuelle Trends und die tatsächliche Darstellung auf der Frontpage standen nicht in einem gemeinsamen Kontext zur Verfügung.
Da sich der bestehende Workflow in Escenic nicht sinnvoll weiterentwickeln ließ, sollte eine neue Oberfläche entstehen. Sie sollte die Pilot:innen bei ihren täglichen Aufgaben unterstützen, redaktionelle Entscheidungen erleichtern und zugleich die Qualität der Kuratierung sowie die Performance der Website verbessern.
Herausforderung
Das Wissen und Problemstellungen einer kleinen Expertengruppe aus 10 Pilot:innen musste erfasst und zusammengeführt werden. Die daraus generierte Lösung sollte relevante Informationen an einem Ort bündeln, ohne jedoch die redaktionelle Entscheidung zu automatisieren oder einzuschränken.
Zentrale UX-Frage
Was muss ein modernes Tool leisten, damit Pilot:innen die Frontpage einfach und effizient kuratieren können?
Vorgehen
1. Design-Thinking-Workshop
Um ein tiefes Verständnis für die Nutzerbedürfnisse zu verankern, moderierte ich einen Design-Thinking-Workshop. Die Pilot:innen arbeiteten in zwei Gruppen parallel an derselben Leitfrage. Als Basis verwendete ich die Problem-Statement-Methode („Der User benötigt X, weil er sonst Y nicht tun kann“). Das omnipräsente „Weil“ fokussierte das Team konsequent auf die geschäftskritischsten Pain Points und filterte unbedeutende Feature-Wünsche sofort heraus.
Beide Gruppen formulierten in diesem Format ihre Bedürfnisse sowie Hindernisse und entwickelten unabhängig voneinander erste Lösungsansätze. Die Teilnehmer skizzierten zentrale Funktionen unter Zeitdruck und verdichteten sie zu Dashboard-Konzepten. Anschließend wurden die Gruppen zusammengeführt, um die Ergebnisse in einem gemeinsamen Galerie-Rundgang zu betrachten. Ein finales Voting diente der Identifikation und Priorisierung der stärksten Konzepte.
Ergebnisse des Workshops
Das Whiteboard zeigt die Lösungsansätze beider Gruppen sowie die anschließende Bewertung.

2. Entwicklung von User Stories
Nachdem dem Workshop verfasste ich finale User Stories, die die Dashboard-Funktionen nahtlos in technische Anforderungen für das Development übersetzten und den Fokus konsequent auf dem Nutzwert für die Pilot:innen hielten.
Social- und SEO-Trends
“Als Pilot möchte aktuelle Webtrends schnell überblicken können, um Artikel zu diesen Themen schneller anbieten zu können.”
“Als Pilot möchte ich Artikel zu "trendenden" Themen schneller identifizieren können, um sie schneller publizieren zu können.”
Metriken
“Als Pilot möchte ich die aktuellen Metriken (Chartbeat, Webtrekk) direkt am Artikel im Content-Bereich der Frontpage überblicken können, um schneller schlecht klickende Artikel identifizieren zu können.”
A/B-Tests
“Als Pilot möchte ich den Status von A/B-Tests direkt am Artikel im Content-Bereich der Frontpage überblicken können, um zu erkennen, ob für den Artikel ein Test angelegt ist.”
Live-Vorschau der Frontpage
“Als Pilot möchte ich im Redaktionssystem eine Live-Vorschau der Frontpage haben, um zu sehen, wie sich die platzierten Artikel verhalten ohne die Frontpage zu speichern.”
Publikationshinweis
“Als Redakteur möchte ich dem Piloten wichtige Infos zur Publikation des Artikel mitteilen, um diese Hinweise nicht mehr in den Titel schreiben zu müssen.”
“Als Pilot benötige ich meine Schnellnavigation (oder individuelle Bühnenanordnung) zwischen den Bühnen, um Artikel schneller von einer oberen Bühnen in eine untere Bühne verschieben zu können.”
3. Dashboard als Prototyp
Auf Basis des Workshop und den daraus abgeleiteten User Stories entwickelte ich einen Prototyp des Dashboard-Konzepts mit drei zentralen Bereichen: einer Inbox für neue Inhalte, der aktuellen Frontpage-Kuratierung und einem Analysebereich mit Social- und Google-Trends.
Performance-Indikatoren wurden direkt an den Artikeln dargestellt. Dadurch sollten die Pilot:innen nicht mehr zwischen Kuratierung, Analytics und weiteren Recherchewerkzeugen wechseln müssen. Farbige Statuswerte, Trends und kompakte Diagramme ermöglichten einen schnellen Überblick, ohne den eigentlichen Arbeitsprozess zu unterbrechen.
Prototyp des Dashboards
Der Entwurf verbindet Artikel-Inbox, Frontpage, Leistungswerte und externe Trends. Die wichtigsten Informationen stehen direkt im Kontext der jeweiligen redaktionellen Entscheidung zur Verfügung.

4. Moderierter Walkthrough im Anschluss
Den Dashboard-Entwurf ging ich gemeinsam mit den Pilot:innen anhand typischer Arbeitssituationen durch. Dabei erläuterten sie ihre Erwartungen, bewerteten die vorgesehenen Funktionen und ergänzten Anforderungen aus ihrem Arbeitsalltag.
Das Feedback bestätigte den Bedarf an einer zentralen Entscheidungsoberfläche. Als besonders relevant wurden integrierte Trends und Performance-Daten, der integrierte A/B-Tests, eine Live-Vorschau identifiziert. Die Erkenntnisse flossen in die weitere Konzeption ein.
MVP der Frontpage-Kuratierung in Papyrus
Das neue Dashboard fokussiert sich auf die Verwaltung der einzelnen Bühnen. Status, Inhaltstyp und Platzierungszeit sind nun direkt am Artikel sichtbar.

5. MVP: Konzentration auf den operativen Kern
Mit dem MVP wurde die Frontpage-Kuratierung erstmals zu einem eigenständigen Tool und löste sich vom inflexiblen Escenic-System. Damit erreichte das Projekt sein ursprüngliches Kernziel.
Die Reduzierung auf den operativen Kern basierte auf der Priorisierung durch den Product Owner in Abstimmung mit der Redaktion und anderen POs. Ich stellte sicher, dass die priorisierten Kernfunktionen einen stabilen, eigenständigen Kuratierungsworkflow ermöglichten: Artikel konnten den unterschiedlichen Bühnen und Ressorts zugeordnet, sortiert und für die Veröffentlichung vorbereitet werden.
Weiterführende Ideen aus dem Workshop, etwa die Inbox, integrierte Performance-Daten und Trendindikatoren, wurden bewusst zurückgestellt und als dokumentierte Grundlage für spätere Ausbaustufen festgehalten.
Ergebnis
Das Projekt zeigt, wie ein strukturiertes Vorgehen dabei hilft eine Produktvision und anschließend ein umsetzbares Produkt zu entwickeln. Das UX-Konzept machte sichtbar, welche Informationen Pilot:innen für schnelle und fundierte Entscheidungen benötigen.
Im MVP wurde bewusst zuerst der zentrale Kuratierungs-Funktion umgesetzt. Auch wenn nicht alle erarbeiteten Funktionen Teil der ersten Version wurden, dienten die User Stories und der Dashboard-Konzept als gemeinsame Orientierung für Produkt, Redaktion und Entwicklung.
Fazit
Für mich wurde deutlich, wie wertvoll es ist, Nutzer:innen früh und aktiv in die Lösungsentwicklung einzubeziehen. Durch die parallele Arbeit in zwei Gruppen entstanden unterschiedliche Perspektiven, die sich anschließend zu einem gemeinsamen Zielbild verdichten ließen und so auch für Stakeholder und Teams sichtbar wurden.
Der intensive Kontakt und der direkte Austausch mit den Pilot:innen halfen mir zudem, ein nachhaltiges Verständnis für ihre Arbeitsweise, Anforderungen und täglichen Herausforderungen aufzubauen. Davon habe ich bei der gesamten weiteren Produktentwicklung stark profitiert.
Ein weiteres wichtiges Learning war, Produktvision und MVP klar voneinander zu trennen. Nicht jede sinnvolle Idee musste sofort umgesetzt werden. Entscheidend war, den operativen Kern zu priorisieren und zugleich eine belastbare Grundlage für spätere Erweiterungen zu schaffen.
Über dieses Projekt
Produkt
Papyrus: Dashboard für die Frontpage-Kuratierung
Plattform
Desktop-Webanwendung, internes Redaktionssystem
Kontext
Weiterentwicklung des Kuratierungsprozesses für WELT.de
Meine Rolle
Workshop-Planung und Moderation (mit Unterstützung durch das UX-Team), Auswertung, UX-Konzeption, Informationsarchitektur, Prototyping und UI-Entwicklung
Zusammenarbeit
Pilot:innen/Redaktion und UX-Team
Output
Dashboard-Konzept und Grundlage für ein reduziertes MVP
Meine Projekte
Ausgewählte Arbeiten

Deutsche Welle
Eine mehrsprachige News-App neu strukturieren – nicht als mobile Kopie der Website, sondern als eigenständiges Produkt.
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Ein neues Format mit kompakter Informationsarchitektur macht dynamische Nachrichtenlagen für Nutzer:innen schneller erfassbar und bleibt zugleich flexibel für die Redaktion nutzbar.
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Komplexe Datengrafiken auf kleinen Screens verständlich, bedienbar und skalierbar machen.
Projekt ansehen →

SPring / welt.de
Ein internes Polling-Tool konzipieren als Entscheidungsgrundlage für eine Make-or-Buy-Frage
Projekt ansehen →

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Eine zentrale Arbeitsoberfläche für die Redaktion entwickeln, die die Kuratierung der Startseite erleichtert und gleichzeitig die Qualität steigert.
Projekt ansehen →
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SUS-Benchmark und Lab-Test machten Usability-Probleme sichtbar und lieferten konkrete Ansätze für die Weiterentwicklung.
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Ich freue mich über eine direkte Nachricht.
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