Deutsche Welle • Learn German • UX Konzept
Plattformen zusammenführen und Nutzerführung neu denken
DW Learn German verbindet von Pädagogen entwickelte Deutschkurse mit journalistischen Inhalten. Ziel des Projekts war es, bislang nur auf der alten Desktop-Seite verfügbare Inhalte in die responsive Informationsarchitektur von DW.com zu überführen und dabei die Nutzerführung neu zu denken.
Was ist wichtig?
Bisher getrennte Lernangebote und journalistische Inhalte in einer gemeinsamen Struktur zusammenführen
Neuen Nutzer:innen einen niedrigschwelligen Einstieg in das Lernangebot bieten
Angemeldeten Lernenden einen direkten Wiedereinstieg in die nächste Lektion ermöglichen, statt sie erneut durch die Kursübersicht zu führen
Den jeweils nächsten sinnvollen Einstieg klar erkennbar machen – unabhängig vom Anmeldestatus
Ein Prinzip entwickeln, das sich über das Widget hinaus auf weitere Kanäle wie E-Mail oder Push-Benachrichtigungen übertragen lässt
Ausgangssituation
Bei der Auswertung fiel besonders die Effizienz auf: Angemeldete Lernende mussten viele Schritte durchlaufen, um zu ihrer aktuellen Lektion zurückzukehren. Eine Reduktion dieser Schritte würde nicht nur die Effizienz steigern, sondern vermutlich auch die Zufriedenheit der Nutzer:innen erhöhen.
Alte Desktop-Version von „Deutsch lernen“
Übersichtsseiten für „Video-Thema“, „Top-Thema“ und „Deutsch Aktuell“






Bisherige Learn-German-Plattform
Mobile Startseite mit einer statischen Übersicht aller Kurse

Herausforderung
Um die Nutzerführung zu verbessern, galt es zunächst, die unterschiedlichen Lernformate und journalistischen Angebote in einer konsistenten Informationsarchitektur zusammenzuführen. Bestehende Desktop-Inhalte mussten für die mobile Nutzung priorisiert, klare Einstiege für unterschiedliche Nutzergruppen geschaffen und der jeweils nächste sinnvolle Lernschritt leichter erkennbar gemacht werden. Gleichzeitig sollte sich das Konzept nahtlos in die übergeordnete Architektur und das Designsystem von DW.com einfügen.
Da in dieser frühen Projektphase noch keine detaillierten Trackingdaten, Personas oder Nutzertests verfügbar waren, führte ich eigenständig ein expertenbasiertes UX-Audit durch. Auf Grundlage meiner UX-Erfahrung analysierte ich die bestehenden User Journeys, identifizierte zentrale Reibungspunkte und leitete daraus Lösungshypothesen ab. Product Owner und Produktmanagement standen mir dabei als Fachexpert:innen für produktbezogene Fragen und zur Einordnung bestehender Anforderungen zur Verfügung. Die Ergebnisse bildeten eine konzeptionelle Grundlage für eine spätere Validierung mit Nutzungsdaten und Nutzertests.
Zentrale UX-Frage
Wie können wir Deutschlernende intuitiv durch ihren Lernprozess führen und dabei die aktuellen journalistischen Inhalte der DW sinnvoll als Lernangebote integrieren?
Vorgehen zur Verbesserung der Nutzerführung
1. Identifizierung der Nutzergruppen
Die Website learngerman.dw.com richtet sich an vier Hauptgruppen, die sich durch unterschiedliche Journeys unterscheiden: Orientierende Nutzer:innen, die sich noch unentschlossen einen Überblick verschaffen, bevor sie sich registrieren oder einen Test starten; neue Lernende, die sich für die Plattform entschieden haben, mit Einstufungstest und Kurswahl starten und sich am Ende des ersten Durchlaufs registrieren; angemeldete Lernende, die wiederkehrend mit bekanntem Konto und Lernstand sowohl die strukturierten Niveau-Kurse als auch das journalistische Nachrichtenformat für regelmäßiges Üben nutzen; und Lehrkräfte, die die Website nicht zum eigenen Lernen, sondern als Materialquelle zur Unterrichtsvorbereitung nutzen.
Im Fokus dieser Case Study stehen angemeldete Lernende. Anders als Erstbesucher:innen durchlaufen sie keinen Einstufungsprozess mehr – ihre zentrale Anforderung ist der schnelle, reibungslose Wiedereinstieg in den eigenen Lernfortschritt.
2. UX-Audit zur Bewertung der grundlegenden Usability-Kriterien
Um Probleme zu identifizieren habe ich ein UX-Audit durchgeführt. Besonders bei der Effizienz identifizierte ich eine große Schwachstelle. Der User muss sehr viele Schritte machen um mit seiner der aktuellen Lektion weiterzumachen. Wird dieses Problem gelöst, steigert sich nicht nur die Effizient sondern vermutlich auch die Zufriedenheit der User.
Flow für angemeldete Nutzer:innen
Acht Schritte sind erforderlich um bei der nächsten Lektion fortzufahren.
1
Startseite „Learn German“ öffnen
↓
2
Kursübersicht durchsuchen
↓
3
passenden Kurs wählen
↓
4
Kursmodule überblicken
↓
5
Passendes Kursmodul öffnen
↓
6
Lektion überblicken
↓
7
passende Lektion öffnen
↓
8
“Lektion starten” klicken
↓
Aufgaben bearbeiten
3. Painpoints für angemeldete Nutzer:innen
Trotz gespeichertem Lernstand fehlt ein direkter Wiedereinstieg. Lernende müssen den begonnenen Kurs erneut suchen und die nächste Lektion selbst bestimmen. Unterbrochene Lektionen lassen sich nicht speichern und müssen von vorn begonnen werden.
Ich konzipierte ein personalisiertes Einstiegs-Widget mit zwei Varianten. Nicht angemeldete Nutzer:innen erhalten einen niedrigschwelligen Zugang zur Vielfalt des Lernangebots. Angemeldete Lernende sehen ihren aktuellen Kurs und gelangen direkt zur nächsten Lektion. So reduziert das Widget den Orientierungsaufwand und priorisiert den jeweils relevanten nächsten Schritt.
Variante für nicht angemeldete Nutzer:innen
Niedrigschwelliger Einstieg und Orientierung im Lernangebot

Variante für angemeldete Nutzer:innen
Sichtbarer Lernfortschritt und direkter Einstieg in die nächste Lektion

Überarbeitete Informationsarchitektur
Die zuvor vom Kursangebot getrennten Inhalte für Deutschlernende wurden konsolidiert und in die responsive Informationsarchitektur von Learn German überführt. Kurse und journalistische Formate wie „Aktuelle Nachrichten“, „Top-Thema mit Vokabeln“ und „Video-Thema“ sind damit über eine gemeinsame Startseite zugänglich. Aus der statischen Kursübersicht entstand ein modularer Einstiegspunkt für drei zentrale Bedürfnisse: einsteigen, weiterlernen und neue Inhalte entdecken.
Zusätzlich wurde der Audioplayer überarbeitet. Lernende können die Wiedergabegeschwindigkeit individuell anpassen, statt zwischen separaten Audiodateien zu wählen. Dadurch entfällt zugleich ein Produktionsschritt für die Redaktion.
Bestehende und neue Struktur im Vergleich
Links die bisherigen Startseite von Learn German und rechts die neuen Startseite für nicht angemeldete und angemeldete Nutzer:innen

alte Seite

UX Konzept – nicht angemeldet

UX Konzept – angemeldet
Ergebnis
Der Flow für angemeldete Lernende lässt sich von acht auf vier Schritte reduzieren: Das personalisierte Widget führt direkt zur nächsten Lektion, statt Nutzer:innen sich mühsam orientieren und durchklicken zu lassen. Ist die Person nicht angemeldet, passt sich das Widget adaptiv an und zeigt stattdessen den Einstieg zum Einstufungstest. Das Prinzip ließe sich auch auf weitere Nutzergruppen übertragen – bei Lehrenden etwa auf eine Übersichtsseite mit betreuten Lernenden.
Das zugrunde liegende Prinzip – Lernstand erkennen und den nächsten Schritt direkt anbieten – ist ebenso kanalunabhängig. Es lässt sich auf E-Mail, Push-Benachrichtigungen und Messenger übertragen: kanalspezifische Varianten können an den nächsten Lernschritt erinnern oder auf passende neue Inhalte hinweisen, Deep Links führen direkt in den jeweiligen Lernkontext. Damit wird aus einer Widget-Lösung ein wiederverwendbares Muster für Re-Engagement über die gesamte Plattform hinweg.
Neuer Flow für angemeldete Nutzer:innen
Die erforderlichen Schritte konnte von acht auf nur drei deutlich reduziert werden.
1
Startseite „Learn German“ öffnen
↓
2
Adaptives Widget identifizieren
↓
3
“Weiter geht’s” klicken
↓
Aufgaben bearbeiten
Fazit
Das Projekt zeigt, dass gute Nutzerführung mehr bedeutet als kürzere Klickwege: Erst das Zusammenspiel aus Informationsarchitektur, Lernstatus und Kontext macht den nächsten sinnvollen Schritt erkennbar. Besonders wertvoll war dabei die Arbeit mit einem expertenbasierten Audit. Eine Methode, die auch dann verlässliche Ansatzpunkte liefert, wenn Nutzungsdaten nicht zur Verfügung stehen.
Über dieses Projekt
Produkt
DW Learn German
Plattform
learngerman.dw.com
Kontext
Konsolidierung zweier Plattformen und Optimierung der Nutzerführung
Meine Rolle
UX-Audit, User-Journey-Analyse und Lösungskonzeption
Zusammenarbeit
Product Owner und Produktmanagement
Output
Responsive Informationsarchitektur, adaptives Einstiegs-Widget und überarbeiteter Audioplayer
Meine Projekte
Ausgewählte Arbeiten

Deutsche Welle
Eine mehrsprachige News-App neu strukturieren – nicht als mobile Kopie der Website, sondern als eigenständiges Produkt.
Projekt ansehen →

Deutsche Welle
Ein neues Format mit kompakter Informationsarchitektur macht dynamische Nachrichtenlagen für Nutzer:innen schneller erfassbar und bleibt zugleich flexibel für die Redaktion nutzbar.
Projekt ansehen →

Deutsche Welle
Komplexe Datengrafiken auf kleinen Screens verständlich, bedienbar und skalierbar machen.
Projekt ansehen →

Deutsche Welle • Learn German
Acht Klicks bis zur nächsten Lektion – ein UX-Audit und ein neu konzipiertes Widget zeigen, wie Lernende bei DW Learn German ohne Umwege weiterlernen.
Projekt ansehen →

spring / welt.de
Ein internes Polling-Tool konzipieren als Entscheidungsgrundlage für eine Make-or-Buy-Frage
Projekt ansehen →

welt.de
Eine zentrale Arbeitsoberfläche für die Redaktion entwickeln, die die Kuratierung der Startseite erleichtert und gleichzeitig die Qualität steigert.
Projekt ansehen →
welt.de
SUS-Benchmark und Lab-Test machten Usability-Probleme sichtbar und lieferten konkrete Ansätze für die Weiterentwicklung.
Projekt ansehen →
Kontakt
Ich freue mich über eine Nachricht.
hallo@christophkönig.com ↗Offen für: Remote-Positionen · Projektarbeit · Hybrid in Berlin, Wolfsburg, Magdeburg, Göttingen
Deutsche Welle • Learn German • UX Konzept
Plattformen zusammenführen und Nutzerführung neu denken
DW Learn German verbindet von Pädagogen entwickelte Deutschkurse mit journalistischen Inhalten. Ziel des Projekts war es, bislang nur auf der alten Desktop-Seite verfügbare Inhalte in die responsive Informationsarchitektur von DW.com zu überführen und dabei die Nutzerführung neu zu denken.
Was ist wichtig?
Bisher getrennte Lernangebote und journalistische Inhalte in einer gemeinsamen Struktur zusammenführen
Neuen Nutzer:innen einen niedrigschwelligen Einstieg in das Lernangebot bieten
Angemeldeten Lernenden einen direkten Wiedereinstieg in die nächste Lektion ermöglichen, statt sie erneut durch die Kursübersicht zu führen
Den jeweils nächsten sinnvollen Einstieg klar erkennbar machen – unabhängig vom Anmeldestatus
Ein Prinzip entwickeln, das sich über das Widget hinaus auf weitere Kanäle wie E-Mail oder Push-Benachrichtigungen übertragen lässt
Ausgangssituation
Bei der Auswertung fiel besonders die Effizienz auf: Angemeldete Lernende mussten viele Schritte durchlaufen, um zu ihrer aktuellen Lektion zurückzukehren. Eine Reduktion dieser Schritte würde nicht nur die Effizienz steigern, sondern vermutlich auch die Zufriedenheit der Nutzer:innen erhöhen.
Alte Desktop-Version von „Deutsch lernen“
Übersichtsseiten für „Video-Thema“, „Top-Thema“ und „Deutsch Aktuell“






Bisherige Learn-German-Plattform
Mobile Startseite mit einer statischen Übersicht aller Kurse

Herausforderung
Um die Nutzerführung zu verbessern, galt es zunächst, die unterschiedlichen Lernformate und journalistischen Angebote in einer konsistenten Informationsarchitektur zusammenzuführen. Bestehende Desktop-Inhalte mussten für die mobile Nutzung priorisiert, klare Einstiege für unterschiedliche Nutzergruppen geschaffen und der jeweils nächste sinnvolle Lernschritt leichter erkennbar gemacht werden. Gleichzeitig sollte sich das Konzept nahtlos in die übergeordnete Architektur und das Designsystem von DW.com einfügen.
Da in dieser frühen Projektphase noch keine detaillierten Trackingdaten, Personas oder Nutzertests verfügbar waren, führte ich eigenständig ein expertenbasiertes UX-Audit durch. Auf Grundlage meiner UX-Erfahrung analysierte ich die bestehenden User Journeys, identifizierte zentrale Reibungspunkte und leitete daraus Lösungshypothesen ab. Product Owner und Produktmanagement standen mir dabei als Fachexpert:innen für produktbezogene Fragen und zur Einordnung bestehender Anforderungen zur Verfügung. Die Ergebnisse bildeten eine konzeptionelle Grundlage für eine spätere Validierung mit Nutzungsdaten und Nutzertests.
Zentrale UX-Frage
Wie können wir Deutschlernende intuitiv durch ihren Lernprozess führen und dabei die aktuellen journalistischen Inhalte der DW sinnvoll als Lernangebote integrieren?
Vorgehen zur Verbesserung der Nutzerführung
1. Identifizierung der Nutzergruppen
Die Website learngerman.dw.com richtet sich an vier Hauptgruppen, die sich durch unterschiedliche Journeys unterscheiden: Orientierende Nutzer:innen, die sich noch unentschlossen einen Überblick verschaffen, bevor sie sich registrieren oder einen Test starten; neue Lernende, die sich für die Plattform entschieden haben, mit Einstufungstest und Kurswahl starten und sich am Ende des ersten Durchlaufs registrieren; angemeldete Lernende, die wiederkehrend mit bekanntem Konto und Lernstand sowohl die strukturierten Niveau-Kurse als auch das journalistische Nachrichtenformat für regelmäßiges Üben nutzen; und Lehrkräfte, die die Website nicht zum eigenen Lernen, sondern als Materialquelle zur Unterrichtsvorbereitung nutzen.
Im Fokus dieser Case Study stehen angemeldete Lernende. Anders als Erstbesucher:innen durchlaufen sie keinen Einstufungsprozess mehr – ihre zentrale Anforderung ist der schnelle, reibungslose Wiedereinstieg in den eigenen Lernfortschritt.
2. UX-Audit zur Bewertung der grundlegenden Usability-Kriterien
Um Probleme zu identifizieren habe ich ein UX-Audit durchgeführt. Besonders bei der Effizienz identifizierte ich eine große Schwachstelle. Der User muss sehr viele Schritte machen um mit seiner der aktuellen Lektion weiterzumachen. Wird dieses Problem gelöst, steigert sich nicht nur die Effizient sondern vermutlich auch die Zufriedenheit der User.
Flow für angemeldete Nutzer:innen
Acht Schritte sind erforderlich um bei der nächsten Lektion fortzufahren.
1
Startseite „Learn German“ öffnen
↓
2
Kursübersicht durchsuchen
↓
3
passenden Kurs wählen
↓
4
Kursmodule überblicken
↓
5
Passendes Kursmodul öffnen
↓
6
Lektion überblicken
↓
7
passende Lektion öffnen
↓
8
“Lektion starten” klicken
↓
Aufgaben bearbeiten
3. Painpoints für angemeldete Nutzer:innen
Trotz gespeichertem Lernstand fehlt ein direkter Wiedereinstieg. Lernende müssen den begonnenen Kurs erneut suchen und die nächste Lektion selbst bestimmen. Unterbrochene Lektionen lassen sich nicht speichern und müssen von vorn begonnen werden.
Ich konzipierte ein personalisiertes Einstiegs-Widget mit zwei Varianten. Nicht angemeldete Nutzer:innen erhalten einen niedrigschwelligen Zugang zur Vielfalt des Lernangebots. Angemeldete Lernende sehen ihren aktuellen Kurs und gelangen direkt zur nächsten Lektion. So reduziert das Widget den Orientierungsaufwand und priorisiert den jeweils relevanten nächsten Schritt.
Variante für nicht angemeldete Nutzer:innen
Niedrigschwelliger Einstieg und Orientierung im Lernangebot

Variante für angemeldete Nutzer:innen
Sichtbarer Lernfortschritt und direkter Einstieg in die nächste Lektion

Überarbeitete Informationsarchitektur
Die zuvor vom Kursangebot getrennten Inhalte für Deutschlernende wurden konsolidiert und in die responsive Informationsarchitektur von Learn German überführt. Kurse und journalistische Formate wie „Aktuelle Nachrichten“, „Top-Thema mit Vokabeln“ und „Video-Thema“ sind damit über eine gemeinsame Startseite zugänglich. Aus der statischen Kursübersicht entstand ein modularer Einstiegspunkt für drei zentrale Bedürfnisse: einsteigen, weiterlernen und neue Inhalte entdecken.
Zusätzlich wurde der Audioplayer überarbeitet. Lernende können die Wiedergabegeschwindigkeit individuell anpassen, statt zwischen separaten Audiodateien zu wählen. Dadurch entfällt zugleich ein Produktionsschritt für die Redaktion.
Bestehende und neue Struktur im Vergleich
Links die bisherigen Startseite von Learn German und rechts die neuen Startseite für nicht angemeldete und angemeldete Nutzer:innen

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UX Konzept – angemeldet
Ergebnis
Der Flow für angemeldete Lernende lässt sich von acht auf vier Schritte reduzieren: Das personalisierte Widget führt direkt zur nächsten Lektion, statt Nutzer:innen sich mühsam orientieren und durchklicken zu lassen. Ist die Person nicht angemeldet, passt sich das Widget adaptiv an und zeigt stattdessen den Einstieg zum Einstufungstest. Das Prinzip ließe sich auch auf weitere Nutzergruppen übertragen – bei Lehrenden etwa auf eine Übersichtsseite mit betreuten Lernenden.
Das zugrunde liegende Prinzip – Lernstand erkennen und den nächsten Schritt direkt anbieten – ist ebenso kanalunabhängig. Es lässt sich auf E-Mail, Push-Benachrichtigungen und Messenger übertragen: kanalspezifische Varianten können an den nächsten Lernschritt erinnern oder auf passende neue Inhalte hinweisen, Deep Links führen direkt in den jeweiligen Lernkontext. Damit wird aus einer Widget-Lösung ein wiederverwendbares Muster für Re-Engagement über die gesamte Plattform hinweg.
Neuer Flow für angemeldete Nutzer:innen
Die erforderlichen Schritte konnte von acht auf nur drei deutlich reduziert werden.
1
Startseite „Learn German“ öffnen
↓
2
Adaptives Widget identifizieren
↓
3
“Weiter geht’s” klicken
↓
Aufgaben bearbeiten
Fazit
Das Projekt zeigt, dass gute Nutzerführung mehr bedeutet als kürzere Klickwege: Erst das Zusammenspiel aus Informationsarchitektur, Lernstatus und Kontext macht den nächsten sinnvollen Schritt erkennbar. Besonders wertvoll war dabei die Arbeit mit einem expertenbasierten Audit. Eine Methode, die auch dann verlässliche Ansatzpunkte liefert, wenn Nutzungsdaten nicht zur Verfügung stehen.
Über dieses Projekt
Produkt
DW Learn German
Plattform
learngerman.dw.com
Kontext
Konsolidierung zweier Plattformen und Optimierung der Nutzerführung
Meine Rolle
UX-Audit, User-Journey-Analyse und Lösungskonzeption
Zusammenarbeit
Product Owner und Produktmanagement
Output
Responsive Informationsarchitektur, adaptives Einstiegs-Widget und überarbeiteter Audioplayer
Meine Projekte
Ausgewählte Arbeiten

Deutsche Welle
Eine mehrsprachige News-App neu strukturieren – nicht als mobile Kopie der Website, sondern als eigenständiges Produkt.
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Deutsche Welle
Ein neues Format mit kompakter Informationsarchitektur macht dynamische Nachrichtenlagen für Nutzer:innen schneller erfassbar und bleibt zugleich flexibel für die Redaktion nutzbar.
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Deutsche Welle
Komplexe Datengrafiken auf kleinen Screens verständlich, bedienbar und skalierbar machen.
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Deutsche Welle • Learn German
Acht Klicks bis zur nächsten Lektion – ein UX-Audit und ein neu konzipiertes Widget zeigen, wie Lernende bei DW Learn German ohne Umwege weiterlernen.
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Ein internes Polling-Tool konzipieren als Entscheidungsgrundlage für eine Make-or-Buy-Frage
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welt.de
Eine zentrale Arbeitsoberfläche für die Redaktion entwickeln, die die Kuratierung der Startseite erleichtert und gleichzeitig die Qualität steigert.
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welt.de
SUS-Benchmark und Lab-Test machten Usability-Probleme sichtbar und lieferten konkrete Ansätze für die Weiterentwicklung.
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Kontakt
Ich freue mich über eine Nachricht.
hallo@christophkönig.com ↗Offen für: Remote-Positionen · Projektarbeit · Hybrid in Berlin, Wolfsburg, Magdeburg, Göttingen
Deutsche Welle • Learn German • UX Konzept
Plattformen zusammenführen und Nutzerführung neu denken
DW Learn German verbindet von Pädagogen entwickelte Deutschkurse mit journalistischen Inhalten. Ziel des Projekts war es, bislang nur auf der alten Desktop-Seite verfügbare Inhalte in die responsive Informationsarchitektur von DW.com zu überführen und dabei die Nutzerführung neu zu denken.
Was ist wichtig?
Bisher getrennte Lernangebote und journalistische Inhalte in einer gemeinsamen Struktur zusammenführen
Neuen Nutzer:innen einen niedrigschwelligen Einstieg in das Lernangebot bieten
Angemeldeten Lernenden einen direkten Wiedereinstieg in die nächste Lektion ermöglichen, statt sie erneut durch die Kursübersicht zu führen
Den jeweils nächsten sinnvollen Einstieg klar erkennbar machen – unabhängig vom Anmeldestatus
Ein Prinzip entwickeln, das sich über das Widget hinaus auf weitere Kanäle wie E-Mail oder Push-Benachrichtigungen übertragen lässt
Ausgangssituation
Bei der Auswertung fiel besonders die Effizienz auf: Angemeldete Lernende mussten viele Schritte durchlaufen, um zu ihrer aktuellen Lektion zurückzukehren. Eine Reduktion dieser Schritte würde nicht nur die Effizienz steigern, sondern vermutlich auch die Zufriedenheit der Nutzer:innen erhöhen.
Alte Desktop-Version von „Deutsch lernen“
Übersichtsseiten für „Video-Thema“, „Top-Thema“ und „Deutsch Aktuell“






Bisherige Learn-German-Plattform
Mobile Startseite mit einer statischen Übersicht aller Kurse

Herausforderung
Um die Nutzerführung zu verbessern, galt es zunächst, die unterschiedlichen Lernformate und journalistischen Angebote in einer konsistenten Informationsarchitektur zusammenzuführen. Bestehende Desktop-Inhalte mussten für die mobile Nutzung priorisiert, klare Einstiege für unterschiedliche Nutzergruppen geschaffen und der jeweils nächste sinnvolle Lernschritt leichter erkennbar gemacht werden. Gleichzeitig sollte sich das Konzept nahtlos in die übergeordnete Architektur und das Designsystem von DW.com einfügen.
Da in dieser frühen Projektphase noch keine detaillierten Trackingdaten, Personas oder Nutzertests verfügbar waren, führte ich eigenständig ein expertenbasiertes UX-Audit durch. Auf Grundlage meiner UX-Erfahrung analysierte ich die bestehenden User Journeys, identifizierte zentrale Reibungspunkte und leitete daraus Lösungshypothesen ab. Product Owner und Produktmanagement standen mir dabei als Fachexpert:innen für produktbezogene Fragen und zur Einordnung bestehender Anforderungen zur Verfügung. Die Ergebnisse bildeten eine konzeptionelle Grundlage für eine spätere Validierung mit Nutzungsdaten und Nutzertests.
Zentrale UX-Frage
Wie können wir Deutschlernende intuitiv durch ihren Lernprozess führen und dabei die aktuellen journalistischen Inhalte der DW sinnvoll als Lernangebote integrieren?
Vorgehen zur Verbesserung der Nutzerführung
1. Identifizierung der Nutzergruppen
Die Website learngerman.dw.com richtet sich an vier Hauptgruppen, die sich durch unterschiedliche Journeys unterscheiden: Orientierende Nutzer:innen, die sich noch unentschlossen einen Überblick verschaffen, bevor sie sich registrieren oder einen Test starten; neue Lernende, die sich für die Plattform entschieden haben, mit Einstufungstest und Kurswahl starten und sich am Ende des ersten Durchlaufs registrieren; angemeldete Lernende, die wiederkehrend mit bekanntem Konto und Lernstand sowohl die strukturierten Niveau-Kurse als auch das journalistische Nachrichtenformat für regelmäßiges Üben nutzen; und Lehrkräfte, die die Website nicht zum eigenen Lernen, sondern als Materialquelle zur Unterrichtsvorbereitung nutzen.
Im Fokus dieser Case Study stehen angemeldete Lernende. Anders als Erstbesucher:innen durchlaufen sie keinen Einstufungsprozess mehr – ihre zentrale Anforderung ist der schnelle, reibungslose Wiedereinstieg in den eigenen Lernfortschritt.
2. UX-Audit zur Bewertung der grundlegenden Usability-Kriterien
Um Probleme zu identifizieren habe ich ein UX-Audit durchgeführt. Besonders bei der Effizienz identifizierte ich eine große Schwachstelle. Der User muss sehr viele Schritte machen um mit seiner der aktuellen Lektion weiterzumachen. Wird dieses Problem gelöst, steigert sich nicht nur die Effizient sondern vermutlich auch die Zufriedenheit der User.
Flow für angemeldete Nutzer:innen
Acht Schritte sind erforderlich um bei der nächsten Lektion fortzufahren.
1
Startseite „Learn German“ öffnen
↓
2
Kursübersicht durchsuchen
↓
3
passenden Kurs wählen
↓
4
Kursmodule überblicken
↓
5
Passendes Kursmodul öffnen
↓
6
Lektion überblicken
↓
7
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↓
8
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↓
Aufgaben bearbeiten
3. Painpoints für angemeldete Nutzer:innen
Trotz gespeichertem Lernstand fehlt ein direkter Wiedereinstieg. Lernende müssen den begonnenen Kurs erneut suchen und die nächste Lektion selbst bestimmen. Unterbrochene Lektionen lassen sich nicht speichern und müssen von vorn begonnen werden.
Ich konzipierte ein personalisiertes Einstiegs-Widget mit zwei Varianten. Nicht angemeldete Nutzer:innen erhalten einen niedrigschwelligen Zugang zur Vielfalt des Lernangebots. Angemeldete Lernende sehen ihren aktuellen Kurs und gelangen direkt zur nächsten Lektion. So reduziert das Widget den Orientierungsaufwand und priorisiert den jeweils relevanten nächsten Schritt.
Variante für nicht angemeldete Nutzer:innen
Niedrigschwelliger Einstieg und Orientierung im Lernangebot

Variante für angemeldete Nutzer:innen
Sichtbarer Lernfortschritt und direkter Einstieg in die nächste Lektion

Überarbeitete Informationsarchitektur
Die zuvor vom Kursangebot getrennten Inhalte für Deutschlernende wurden konsolidiert und in die responsive Informationsarchitektur von Learn German überführt. Kurse und journalistische Formate wie „Aktuelle Nachrichten“, „Top-Thema mit Vokabeln“ und „Video-Thema“ sind damit über eine gemeinsame Startseite zugänglich. Aus der statischen Kursübersicht entstand ein modularer Einstiegspunkt für drei zentrale Bedürfnisse: einsteigen, weiterlernen und neue Inhalte entdecken.
Zusätzlich wurde der Audioplayer überarbeitet. Lernende können die Wiedergabegeschwindigkeit individuell anpassen, statt zwischen separaten Audiodateien zu wählen. Dadurch entfällt zugleich ein Produktionsschritt für die Redaktion.
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UX Konzept – angemeldet
Ergebnis
Der Flow für angemeldete Lernende lässt sich von acht auf vier Schritte reduzieren: Das personalisierte Widget führt direkt zur nächsten Lektion, statt Nutzer:innen sich mühsam orientieren und durchklicken zu lassen. Ist die Person nicht angemeldet, passt sich das Widget adaptiv an und zeigt stattdessen den Einstieg zum Einstufungstest. Das Prinzip ließe sich auch auf weitere Nutzergruppen übertragen – bei Lehrenden etwa auf eine Übersichtsseite mit betreuten Lernenden.
Das zugrunde liegende Prinzip – Lernstand erkennen und den nächsten Schritt direkt anbieten – ist ebenso kanalunabhängig. Es lässt sich auf E-Mail, Push-Benachrichtigungen und Messenger übertragen: kanalspezifische Varianten können an den nächsten Lernschritt erinnern oder auf passende neue Inhalte hinweisen, Deep Links führen direkt in den jeweiligen Lernkontext. Damit wird aus einer Widget-Lösung ein wiederverwendbares Muster für Re-Engagement über die gesamte Plattform hinweg.
Neuer Flow für angemeldete Nutzer:innen
Die erforderlichen Schritte konnte von acht auf nur drei deutlich reduziert werden.
1
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↓
2
Adaptives Widget identifizieren
↓
3
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↓
Aufgaben bearbeiten
Fazit
Das Projekt zeigt, dass gute Nutzerführung mehr bedeutet als kürzere Klickwege: Erst das Zusammenspiel aus Informationsarchitektur, Lernstatus und Kontext macht den nächsten sinnvollen Schritt erkennbar. Besonders wertvoll war dabei die Arbeit mit einem expertenbasierten Audit. Eine Methode, die auch dann verlässliche Ansatzpunkte liefert, wenn Nutzungsdaten nicht zur Verfügung stehen.
Über dieses Projekt
Produkt
DW Learn German
Plattform
learngerman.dw.com
Kontext
Konsolidierung zweier Plattformen und Optimierung der Nutzerführung
Meine Rolle
UX-Audit, User-Journey-Analyse und Lösungskonzeption
Zusammenarbeit
Product Owner und Produktmanagement
Output
Responsive Informationsarchitektur, adaptives Einstiegs-Widget und überarbeiteter Audioplayer
Meine Projekte
Ausgewählte Arbeiten

Deutsche Welle
Eine mehrsprachige News-App neu strukturieren – nicht als mobile Kopie der Website, sondern als eigenständiges Produkt.
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Ein internes Polling-Tool konzipieren als Entscheidungsgrundlage für eine Make-or-Buy-Frage
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